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Bier...



Meine lieben Freunde...

Wie versprochen will ich mich heute beschäftigen mit der Problematik des Biertrinkens vor dem Computer in Verbindung mit der Datenfernübertragung.

Kommen wir zunächst zu den unbedingt notwendigen Vorbereitungen. Da wäre zunächst einmal ein globales technisches Problem zu klären, das besonders Besitzer eines Atari ST oder Amiga 500 betrifft (PC und Amiga 2000 Besitzer haben es da ein wenig besser): Wohin mit den leeren Flaschen? Eine Nacht vor dem Compi ist lang, und nach spätestens 2 Stunden ist der Monitor durch eine Flaschenwand völlig abgeschirmt vor den neugierigen Augen des jugendlichen Trinkers - und wer möchte sich seine kleine Bude schon mit zahllosen Kästen zustellen ... was also tun? Ich empfehle hier aus langjähriger Erfahrung die Verwendung von Büchsen, die einige fundamentale Vorteile gegenüber der Flasche bieten: Zunächst einmal die erstaunlich Fähigkeit zur Volumenverminderung beim Zerquetschen. Sie kann sich durchaus so drastisch äussern wie die Qualitätsabnahme von einem Henry-Brief zum nächsten. Nicht ausser Acht lassen wollen wir auch das ungeheure Befriedigungspotential, das im Ritus des 'Bierbüchse-nach-hinten-schmeissen-und-auf-das-Scheppern-lauschen' steckt. Ebenso entfällt bei Verwendung von Büchsen die Notwendigkeit, jederzeit ZWEI Hände freizuhalten, um eine Flasche zu öffnen (vgl. hier auch Atouks Problem mit dem Zehnagel). Ebenso uneingeschränkte Aufmerksamkeit verdient die sorgsame Auswahl der Biersorte. Ich empfehle hier Kölsch, weil im Geschmack völlig neutral (will sagen: schmeckt nach nix) und relativ bekömmlich. Ein weiterer Vorteil: Das Gefühl der Übelkeit stellt sich erst nach sehr grossen Mengen ein (sehr angenehm - ist so unästhetisch, die Brocken zwischen den Tasten hervorzupuhlen...), ein Vorteil der umso schwerer wiegt, da der Brechreiz meist schon in ausreichendem Masse durch entsprechende Texte induziert wird. Die weiteren Vorbereitungen kann man beschränken auf die Bereitlegung einer Anstaltspackung Aspirin sowie der prophylaktischen Einnahme eines Viertels derselben vor dem Beginn der Sitzung.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, steht der erfolgreichen Durchführung nichts mehr im Wege. Hier sind ebenfalls einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die die Freude an der DFÜ empfindlich trüben können. Da wäre zunächst das Problem der Beobachtung des Monitors während des Trink- und Schluckvorganges. Gemäss den physikalischen Gesetzmässigkeiten des Phänomens der Gravitation fliesst das Bier aus der Büchse leider nur dann, wenn ihr Höhenniveau das des Mundes übertrifft. Damit verbunden ist die leichte Zurückneigung des Kopfes sowie der Effekt der Verdeckung des Bildschirms durch Arm und Büchse. Ich gebe zu, für dieses Problem noch kein probates Mittel gefunden zu haben. Eine (zugegebenermassen unbefriedigende) Lösung ist die Benutzung eines Strohhalms. Gravierender Nachteil: Die berauschende Wirkung des Getränkes wird potenziert, der noch vor wenigen Augenblicken nüchterne Computerfreak verwandelt sich in einen lallenden Idioten (aufmerksame Zuleser werden nun zurecht bemerken: Ist das wirklich ein Problem?). Ein weiterer Lösungsvorschlag wäre die Anbringung einer aufwendigen Spiegelkonstruktion. Beim Betrachten des eigenen Spiegelbildes droht aber der Verlust der Subjektivität zur eigenen Person (der aufmerksame Zuleser wird sich erinnern an meine vorangegangenen Ausführungen zu diesem Problem).

Zuguterletzt möchte ich mich mit der Nachsorge beschäftigen. Hier kann ich nur dringend empfehlen: Nach dem Aufwachen zunächst nach der noch zu 3/4 vollen Packung Aspirin greifen (dabei in jedem Falle die Augen geschlossen halten), vorsichtig aufstehen und zur Tür tasten (Augen zu! Und nicht über leere Büchsen stolpern). Ab in die Küche, einen starken Kaffee aufbrühen, zwischendurch die Aspirin einnehmen ... und Abstand gewinnen. Sie erinnern sich an nichts mehr? Gut so ... so soll es auch bleiben. Keinesfalls die Captures lesen (falls sie so dumm waren, ihre Chats mitzuschneiden). Eventuelle Captures sofort löschen, Kopien keinesfalls in die Hände dritter fallen lassen! (Ich hoffe, sie haben einen seriösen Sysop). Das Aufräumen der Hackerstube am besten der Freundin überlassen - bei hier auftretenden Problemen wenden sie sich am besten an meinen geschätzten Kollegen Beetlejuice.

in diesem Schwachsinne ... allzeit breit

Odin